Freischarenmanöver
Alle acht Jahre, an jedem zweitem Jugendfest, gibt es zum Jugendfest noch ein Freischarenmanöver. Dies ist ein gespielter Kampf zwischen den Freischaren (Erwachsene) und den Kadetten (Schulkinder) mit einer langjährigen Geschichte.
Im 19. Jahrhundert mussten sich die jungen Knaben aus Seengen einem militärischen Training unterziehen, für den Fall, dass ihre Väter in den Krieg ziehen müssten. So hätte das Dorf trotzdem noch eine Gruppe, der sogenannte Kadettenkorps, welcher das Dorf beschützen würde. Um 1835 beschloss der Aargau, dass jede Bezirksschule ein Kadettenkorps haben müsse. So führte Seengen um 1864 ein Kadettenkorps ein, um eine Bezirksschule zu eröffnen.
Seit 1867 zeigte der Kadettenkorps an den Freischarenmanövern, was die Kadetten gelernt hatten. In den Kriegsjahren verlor Seengen das Manöver etwas aus den Augen. Nachdem 1964 noch ein Manöver stattfand, schlief die Tradition für 24 Jahre ein. Erst die neu gegründete Freischarenkommission liess das Freischarenmanöver 1988 wieder auferstehen. Seit dem Jahr 2000 findet es alle acht Jahre statt.
Wenn das Jugendfest zusätzlich noch ein Freischarenmanöver beinhaltet, gibt es zusätzlich zum Festumzug am Samstagmorgen noch einen weiteren Umzug für das Manöver am Nachmittag. Dort geschieht der erste Teil des Spektakels:
Der General der Freischaren frägt den Kadettenhauptmann, ob er mit seiner Gefolgschaft durch Seengen reisen darf. Der Kadettenhauptmann willigt zwar ein, ist aber trotzdem etwas skeptisch und bezweifelt, dass der General Seengen nicht angreift. Deshalb platziert der Kadettenhauptmann seine Truppen im Dorf. Als die Freischaren durchlaufen, sind die Kadetten von den schönen Damen der Freischaren, den sogenannten Haremsdamen, angetan. Daraufhin stiehlt ein Kadett eine Haremsdame. Als der General dies erfährt, fordert er die Kadetten zu einem Kampf heraus. Dazu gehört natürlich auch der Schlachtruf der Freischaren: Stärne Feufi!
Wie die Geschichte es will, gewinnen die Kadetten. Sie beschützen erfolgreich das Dorf und bewahren die Ehre.
Die Seenger und Seengerinnen sind sehr kreativ, wenn es um das Freischarenmanöver geht. Für den Umzug werden stilvolle Wägen gebaut, entzückende Kostüme getragen und sogar Tänze oder weitere Schlachtrufe einstudiert.
Auf den Umzug folgt das Spektakel: Das Manöver beim Musterplatz, welches jeweils Zuschauer und Zuschauerinnen aus der ganzen Umgebung anzieht.
Das nächste Freischarenmanöver findet im Juni 2032 statt.
«Man hat kein trauriges Gesicht gesehen. Es hat den ganzen Tag geregnet und die Zuschauer und diejenigen, die mitgemacht haben, haben immer ein Lachen im Gesicht gehabt. Ich glaube, das zeigt, dass das Manöver allen Spass macht, und dass das Dorf auch dahintersteht.»
Zitat vom Freischarenmanöver 2024

